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Google Core Updates: Sind neue Rankingfaktoren relevant?

Im letzten Monat hat Google das erste Core Update 2021 ausgerollt und gleich die nächsten Neuerungen für Juli angekündigt. Damit haben sich die Rankingpositionen einzelner Unternehmen verändert und werden dies im Verlauf des nächsten Monats weiterhin tun. Dies sind jedoch nicht die einzigen Updates, die Google implementieren wird und die bestehende SEO-Praktiken nachhaltig verändern werden. Zudem gilt es, mit weitverbreiteten Mythen zu relevanten Rankingfaktoren aufzuräumen.

Welche Updates hat Google umgesetzt und welche stehen noch an?
Die Google Core Updates umfassen nachhaltige Änderungen am Ranking-Algorithmus, der die Suchergebnisse nach verschiedenen Rankingfaktoren sortiert. Im Gegensatz zu den üblichen, täglichen Updates (Google Everflux) wirken sich die Core Updates wesentlich stärker auf die Suchergebnisseiten aus. Allgemein dienen sie wie immer dazu, die Suche und den Zugriff zu relevantem Content für den User* zu verbessern.

Nach dem letzten Update im Dezember 2020 ließ Google ungewöhnlich lange auf weitere Erneuerungen warten. Zusätzlich sind die Core Updates 2021 von der Besonderheit geprägt, dass sie in zwei Teilen implementiert werden – in den sogenannten Juni und Juli Core Updates 2021. So sind die ersten Veränderungen im Ranking schon seit dem 03. Juni sichtbar, da Google aber nicht alle Änderungen bis dahin vervollständigen konnte, wird der zweite Teil jetzt im Juli ausgerollt.
Gleichzeitig lancierte das Technologieunternehmen das Page Experience Update, welches seit Mitte Juni die Rankingfaktoren dauerhaft prägt. Hierzu berichten wir nochmals ausführlich in einer zweiten News.

Wie kann man sich erfolgreich behaupten?
Laut Danny Sullivan, Chef der Google Search Liaison, geht es bei Google nicht darum, Webmaster durch die Core Updates zu bestrafen, als vielmehr die Inhalte besser zu bewerten und auf die Bedürfnisse der Nutzer* einzugehen. Die Bereitstellung relevanter Inhalte bleibt Erfolgsfaktor Nummer Eins. Um bei den Suchergebnissen oben dabei zu sein, lohnt es sich unverändert, qualitativ hochwertigen Content zu veröffentlichen und die Unternehmensbasics stets gepflegt zu halten.

Auffallend ist, dass aktuell ehemalige Update-Verlierer, eher "alte" Websiten mit traditionellen SEO-Faktoren wie Domainalter oder Backlinks, nach oben ranken und wirklich gute aktuelle Shop- und Contentseiten "abgestraft" wurden. Ein Effekt, der sich vermutlich im Juli jetzt wieder ändern wird. Das bleibt zu beobachten.

Welche Rankingfaktoren aktuell eine größere Rolle spielen, bleibt also die Krux des Ganzen. Es gibt auch zu klassischen SEO-Faktoren viel im Netz zu lesen. Und oft führt dies dazu, dass die Relevanz einzelner Rankingfaktoren überschätzt wird. Angeblich hoch relevante Rankingfaktoren, die jedoch tatsächlich derzeit kaum Einfluss auf das Ranking haben, sind beispielsweise:
 

  • Die Dichte der Keywords: Damit ist gemeint, wie oft ein Suchbegriff auf der Seite erwähnt wird im Verhältnis zu allen Wörtern insgesamt. Oft wird empfohlen, eine Keyworddichte von 3-5% zu haben, aber der Einfluss dieses Rankingfaktors ist längst verblasst. Laut John Mueller, Webmaster Trends Analyst bei Google, ist nämlich die Keyworddichte nicht mehr entscheidend. Die Suchergebnisse insgesamt würden sich gar nicht mehr so stark auf die Keywords ausrichten, denn für Google ist die Suchintention hinter dem Suchbegriff von größerer Wichtigkeit – so kann das Unternehmen nämlich wirklich relevante Ergebnisse liefern. Also bitte nicht zwanghaft Keywords platzieren und dadurch Texte nahezu unlesbar machen. Es kommt vielmehr auf eine positive User Experience während des Lesens an. Lesbare relevante Inhalte sind der Schlüssel zum Rankingerfolg.
     
  • Keywords in der Meta-Beschreibung: Auch wenn Meta-Beschreibungen in den Suchergebnissen angezeigt werden und somit als eine Art Aushängeschild die eigene Relevanz für den Suchenden aufzeigen sollen, fließen Keywords in der Meta-Beschreibung nicht ins Rankingverfahren ein. Allerdings gibt es indirekte Einflüsse der Keywords in Meta-Beschreibungen für das Ranking: Indem ansprechende Meta-Beschreibungen und Meta-Titel benutzt werden, hat die eigene Website eine größere Chance, die Suchenden abzuholen und dementsprechend auch angeklickt zu werden. Auch hier ist also nur die Suchintention entscheidend – ohne Einfluss aufs Ranking der Website.
     
  • Aktualität: Zwar ist Aktualität effektiv ein Rankingfaktor bei Google, dennoch ist dieser nicht übergreifend für alle Branchen gleich wichtig. Macht es z. B. für Nachrichtenorganisationen durchaus Sinn, täglich oder stündlich neuen Inhalt zu veröffentlichen, können Firmen vor allem im B2B-Bereich auch qualitativ hochwertigen Inhalt anbieten, der jahrelang so stehen bleiben kann ohne Aktualisierung. Denn eine gute Dienstleistungs- oder Produktbeschreibung bleibt eine gute Beschreibung. Es ist also nicht erforderlich zwanghaft neue Inhalte einzustellen, wenn diese gar keine neuen relevanten Aspekte bringen.
     
  • Absprungrate: Dieser Rankingfaktor gibt an, wie viele Nutzer* nach dem Besuchen einer Webseite diese direkt verlassen haben, ohne weitere Seiten anzuschauen. Oft wird dies intern bei Marketinganalysen als Alarmsignal gewertet – zu unrecht. Zwar ist es wünschenswert, diese Kennzahl gering zu halten, aber dennoch ist sie nicht für alle Branchen im gleichen Masse so relevant wie oft angenommen. Wird nämlich eine Frage auf der Seite sofort beantwortet, ist es für den Nutzer* nicht nötig ist, sich mit weiteren Inhalten zu beschäftigen. So bestätigt auch Mueller, dass die Absprungrate nicht entscheidend in das Ranking von Suchergebnissen einfließt. Auch hier ist guter Content King. Wichtig wird die Absprungrate erst auf Seiten die eine Conversion wie den Kauf eines Artikels, den Download eines Whitepapers o.ä. mehr mit sich bringen sollen – hier können Heat Maps helfen, zu erkennen, wo User auf der Seite verweilen, was sie nicht lesen, was vielleicht eine Hürde für den Abschluss der Conversion ist. Entscheidend für das Ranking der eigenen Website ist dies aber nicht.
     

Die Core Updates sind nicht die einzigen SEO-relevanten Updates, die Google aktuell durchsetzen möchte. Mit dem Page Experience Update folgt eine weitere Änderung im Ranking-Algorithmus, die die Sichtbarkeit von einer Mehrheit deutscher Unternehmen beeinflussen kann. Was sich genau ändert und wie man damit am besten umgeht, erläutern wir in der nächsten SEO-News.

*w/m/d