Daten. Leben.

Klimaschutz & Wirtschaft: Digitalisierung als Chance?

Vor sechs Jahren hat sich Deutschland mit dem Pariser Klimaschutzabkommen dazu bereit erklärt, konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz zu formulieren und umzusetzen. Bis 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen (CO2e) um 262 Megatonnen reduziert werden. Das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung formuliert konkrete Maßnahmen auf Sektorebene und dennoch bleibt ein wichtiger Aspekt aussenvor: die Digitalisierung.

Welches Potenzial haben digitale Technologien beim Erreichen der Klimaziele 2030? Eine Accenture-Studie im Auftrag von Bitkom liefert neue Erkenntnisse: Mit einer beschleunigten Digitalisierung lassen sich netto 38% der CO2e-Emissionen einsparen.

Die Studie untersucht die 7 Bereiche, welche im Jahre 2019 für mehr als 95% in Deutschland verursachten CO2e-Emissionen verantwortlich waren und daher das größte Einsparpotenzial aufweisen. Namentlich sind dies die industrielle Fertigung, Mobilität, Energie, Gebäude, Arbeit & Business, Landwirtschaft und Gesundheit.

Dabei werden die gegenläufigen Effekte von nachhaltiger Digitalisierung analysiert: wie groß ist das Einsparpotenzial digitaler Technologien gegenüber deren CO2e-Fussabdruck? Diese Frage wird in einem Szenario betrachtet, in welchem sich die Marktdurchdringung digitaler Technologien so weiterentwickelt, wie bisher. Das ist die sogenannte moderate Digitalisierung. Verglichen wird dies mit der beschleunigten Digitalisierung: hier erwartet man, dass sich diese Marktentwicklung an andere Länder orientiert, welche beim Einsatz digitaler Technologien führend sind.

Die Ergebnisse der Studie sprechen für sich: Die Digitalisierung hat insgesamt das Potenzial, je nach Szenario zwischen 20 und 40% der bis 2030 nötigen Emissionenseinsparungen abzufangen. Die moderate Digitalisierung würde hierbei ca. 24% der Einsparungen abdecken können und die beschleunigte Digitalisierung sogar knapp 38%. Konkret können vor allem in den Bereichen industrielle Fertigung, Mobilität, Energie und Gebäude immense Einsparungen erzielt werden. Dies kann beispielsweise passieren, indem intelligente Verkehrssteuerung und Routenoptimierung die gefahrenen Gesamtkilometer reduzieren. Je schneller also die Digitalisierung voranschreitet, desto grösser sind ihre klimaschützenden Effekte.

Laut der Accenture-Studie sei ein entscheidender Player nun die Politik, welche den Einsatz von digitalen Technologien fördern solle. Es lässt sich jedoch denken, dass die Politik momentan wenig Kapazität hat, um sich hinreichend mit diesem Bereich auseinanderzusetzen. Umso wichtiger sind nun die Bestrebungen der Wirtschaft. Eine repräsentative Bitkom-Befragung von 750 Unternehmen in Deutschland zeigt: 77% konnten ihren CO2-Ausstoß durch Digitalisierungsmaßnahmen bereits senken. Solche Bemühungen stellen einen ersten Schritt in Richtung Klimaneutralität dar – ein Ziel, welches sich fast jedes zweite Unternehmen freiwillig selbstverpflichtet hat.

Auch REISSWOLF legt stets besonderen Wert auf Natur und Umwelt. Einige kleine Ziele konnten bisher schon erreicht werden, wie beispielsweise die Reduzierung unseres CO2-Fussabdrucks durch Logistikoptimierung. In einer Nachhaltigkeits-Roadmap sind nun weitere Etappenziele festgehalten worden: es sind die nächsten Schritte, um den eigenen Anspruch der Klimaneutralität erfolgreich realisieren zu können.