Daten. Leben.

Altpapiermarkt verzeichnet drastischen Preisverlust

Am Beispiel Altpapier zeigt sich aktuell wie global die Recyclingwirtschaft ist. Durch weitreichende Exportbeschränkungen im asiatischen Raum sind viele europäische Nachbarländer in den deutschen Papierrecyclingmarkt gedrängt. Dem entstandenen Überangebot steht ein genereller Nachfragerückgang an Altpapier entgegen. Das Resultat: Ein massiver Preisverfall um mehr als ein Drittel, volle Altpapierlager und keine Absatzchancen.
Nach Einschätzung des europäischen Recyclingdachverbands EuRIC beläuft sich das Überangebot in Europa auf acht Millionen Tonnen Altpapier im Jahr. Aktuell reichten die Preise nicht einmal mehr, um die Kosten für die Sammlung und das Recycling zu decken. Und ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit noch nicht in Sicht.

Auch in den europäischen Nachbarländern, den Niederlanden, der Schweiz, Italien und Spanien sieht die Situation ähnlich aus.
EuRIC fordert deshalb Sofortmaßnahmen, um die schwierige Lage schnellstmöglich zu entspannen. Mögliche Lösungsansätze reichen von Änderungen des öffentlichen Beschaffungswesens, über bessere Entlohnung der Sammler und Verwerter, bis hin zur Anpassung der Abfallrahmenrichtlinie. Zudem wird von nationalen und europäischen Behörden eine Wiederherstellung des freien Zugangs zu internationalen Märkten erwartet und damit ein schärferes Vorgehen gegen unverhältnismäßige und diskriminierende Handelsbeschränkungen gefordert.

Maßnahmen, die zwingend erforderlich sind, wenn man bedenkt, dass in Anbetracht der bevorstehenden Weihnachtszeit und dem erfahrungsgemäß besonders hohen Altpapieranfall im Januar der Papiermarkt vor einer weiteren großen Herausforderung steht.