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Page Experience Update als Bedrohung für das Ranking?

Der Sommer der Google Updates ist mit den Core Updates noch nicht vorbei. Schon im November letzten Jahres kündigte das Technologieunternehmen an, den Rankingfaktor Page Experience einzuführen. Das gleichnamige Update wird nun bis Ende August vollständig implementiert sein. Damit erklärt Google die Nutzerfreundlichkeit zu einem relevanten Rankingfaktor. Das hat für viele deutsche Unternehmen das Potenzial, deren Website-Ranking negativ zu beeinflussen.
 

Was ist das Page Experience Update?
Wie immer, wird nicht alles bekannt gegeben, aber klar ist, dass folgende Aspekte in die Nutzerfreundlichkeit einfließen: die HTTPS-Sicherheit, das Safe Browsing, die Optimierung für Mobilgeräte und der Verzicht auf aufdringliche Interstitials (vorgeschaltete Anzeigen auf der eigentlich gewünschten Inhaltsseite). Hinzu kommen drei neue Metriken, die Core Web Vitals, die alle auf das Thema Geschwindigkeit einzahlen. Konkret handelt es sich um folgende Kennzahlen:
 

  • Largest Contentful Paint (LCP): Diese Metrik misst, wie lange der Hauptcontent, also das größte sichtbare Element der Website laden muss. Google bevorzugt Seiten, die eine Ladegeschwindigkeit von unter 2.5 Sekunden haben. Ein höherer Wert gilt als verbesserungswürdig und ab 4 Sekunden ist die Ladegeschwindigkeit schlicht zu langsam. Das Ranking geht dann garantiert runter.
     
  • First Input Delay (FID): Diese Kennzahl misst, wie lange es dauert, bis die Website nach einer Nutzerinteraktion reagiert. Konkret sind hier Handlungen wie das Tippen, Klicken und Drücken gemeint, wobei Zoomen oder Scrollen nicht dazugehören. Klickt ein Besucher* beispielsweise auf einen Kontakt-Button, so sollte die Website schnell darauf reagieren, damit der Nutzer* nicht abspringt. Eine Reaktionszeit von unter 0.1 Sekunden wertet Google als gut, bis zu 0.3 als verbesserungswürdig und alles darüber als zu langsam.
     
  • Cumulative Layout Shift (CLS): Damit ist die visuelle Stabilität der Website gemeint. Weil Websites heutzutage meist einzelne Teile des Inhalts im Hintergrund laden, um so die Ladezeit zu beschleunigen, kann es zu visuellen Sprüngen kommen, wenn die Ladevorgänge nicht aufeinander abgestimmt sind. So kann es beispielsweise passieren, dass der Nutzer* den Inhalt bereits liest und auf eine Schaltfläche klicken möchte, diese sich aber während dem Laden nochmals verschiebt – ein ziemlich ärgerliches Problem. Hier empfiehlt Google einen Wert von unter 0.1, Verbesserungen sind bis zu 0.25 erwünscht und alles darüber gilt als mangelhaft.
     

Diese Zusammensetzung der Core Web Vitals ist jedoch nicht endgültig und könnte sich in Zukunft noch ändern. Dies will Google jeweils früh genug ankündigen, damit sich Unternehmen ausreichend auf weitere Veränderungen vorbereiten können.
 

Welche Auswirkungen wird das Update haben?
Klar ist, dass die Core Web Vitals einen größeren Stellenwert einnehmen und einige Unternehmen spürbar im Ranking abrutschen werden, aber sie werden auch zukünftig nicht die einzig entscheidenden Metriken sein, die das Ranking bestimmen. Handlungsbedarf gibt es für uns in Deutschland allerdings allemal.

Denn in einer aktuellen Studie von Searchmetrics über knapp 2 Millionen Websites, die in den Top 20 der Google-Suchergebnisse in Deutschland, Amerika und Großbritannien ranken, erreichen mehr als 97% deutscher Websites in der Desktop-Suche und mehr als 85% in der mobilen Suche schlechte Werte der Core Web Vitals.

Laut Searchmetrics verfehlen deutsche Websites vor allem die Anforderungen an visuelle Stabilität und schnelle Reaktionsfähigkeit. Zu viele Seiten reagieren zu langsam auf Nutzerinteraktionen und weisen zu viele plötzliche Layout-Veränderungen auf.
 

Was tun?
Erstmal ist es wichtig, sich einen Überblick über die bestehende Leistung der Website zu verschaffen. Daten zu den Core Web Vitals stehen beispielsweise in der Google Search Console bereit. Die Page Experience Signale werden insgesamt ausgewertet und konkreter Verbesserungsbedarf angegeben. Daraus können sich unterschiedliche Maßnahmen ableiten lassen, um die Metriken zu verbessern.
Für eine Optimierung der Web Core Vitals ist ein stärkerer Austausch zwischen den Bereichen des Marketings und der Webentwicklung hilfreich, da eine mangelhafte User Experience auch zu weniger Conversions führt. Laut Google brechen nämlich 70% der Kunden* den Kaufprozess ab, wenn er nicht reibungslos abläuft und als schwierig wahrgenommen wird.

Prinzipiell ist zu empfehlen, sich jeder Metrik der Core Web Vitals zu widmen. Mit Blick auf die Ergebnisse der Searchmetrics-Studie haben aber vor allem die CLS- und FID-Metriken ein großes Optimierungspotenzial. Wem das zu technisch ist, dem sei an dieser Stelle die Zusammenarbeit mit darauf spezialisierten Agenturen dringend angeraten. Das ist wirklich gut investiertes Geld.

Nichtsdestotrotz bleibt bei allen Geschwindigkeitsanforderungen das A & O selbstverständlich relevanter Content. Es geht Google vor allem darum, qualitativ hochwertigen Content durch erhöhte Nutzerfreundlichkeit wirkungsvoller zu machen. So wird voraussichtlich die Kombination beider fundamentaler Bestandteile zu einem Top- Rankingplatz führen. Wir drücken Ihnen die Daumen und sind selbst kontinuierlich und fleißig daran, all die tollen Inhalte auf unserer www.reisswolf.com noch schneller zur Verfügung zu stellen.


*w/m/d